Von Schneeflocke, einem scheuen Sturkopf, der die Ruhe sucht – und sie in einsamen Wäldern findet.

 

 

Schneeflocke ist IMPOSANT und MARKANT. Ein schöner und stolzer Kerl. Doch damit hofieren geht er nicht. Ganz im Gegenteil: Es bekommen ihn nicht viele zu Gesicht. Das liegt daran, dass er öffentlichkeitsscheu ist und gerne seine RUHE hat. Und die findet er bei uns in den dichten, einsamen Wäldern rund um das Donnersbachtal.

 

 

Schneeflocke, das muss ich gestehen, ist in dem Rudel aus g’standenen Hirschen, Hirschkühen und Kälbern schon etwas BESONDERS für mich. Das liegt zum einen an seinem Erscheinungsbild, seinem majestätischen Auftreten mit dem weißen Haupt und dem mächtigen Geweih. Aber ich mag auch seine Art, seinen Charakter. Er ist bedacht, aber auch bestimmt. Er zeigt klar, welche Rolle ihm als fast 20-jährigen LEITHIRSCHEN zusteht und kann ein richtiger Sturkopf sein. Er ist aber auch sehr aufmerksam und ein guter Beobachter.

 

 

Im Sommer ist unser ROTWILD in den höheren Berglagen. Aber wenn sich der Winter ankündigt, wandern sie ins Tal. In den Wäldern rund ums Donnersbachtal haben wir für sie ein RÜCKZUGSGEBIET geschaffen, wo sie ihre Ruhe haben und sich schonen können.

 

 

Wenn ich zur FUTTERSTELLE komme, spüre ich Schneeflockes Blick durch die dicht stehenden Bäume. Natürlich weiß er, was Sache ist, wenn ich „BRAVE BUAM, BRAVE BUAM“ rufe. Für ihn ist die Fütterung Routine. Dann kommen sie alle an, die Leithirsche im Rudel vorneweg und die Jungen, die Hirschkühe und Kälber hinterher. Die jungen Wilden drängeln sich gern ungestüm vor und stehen mir manchmal auf Augenhöhe gegenüber. Nicht so Schneeflocke.

 

Ich weiß, dass er mir vertraut, aber er
hält immer respektvollen Abstand.

 

Er schätzt mich, setzt aber seine Grenzen und mag seinen Freiraum. Vielleicht sind wir uns da ein wenig ähnlich.

Das Schöne ist, dass bei uns im Donnersbachtal das harmonische Nebeneinander funktioniert. Es sind ja nicht nur die Tiere, die sich gern in die Ruhe der Berge und Wälder zurückziehen. Viele von uns Menschen haben das gleiche Bedürfnis. Wir brauchen eine ZUFLUCHT vom lauten ALLTAG, wir sind schließlich auch Naturwesen. Wenn wir durch die Wälder gehen, einatmen, unseren RHYTHMUS finden, dann sind wir keine fremden Störkörper für das Wild. Wir sind ein selbstverständlicher Teil – wir teilen mit so einem Prachtburschen wie Schneeflocke ein besonderes Stück Natur. Aber wir respektieren auch ihre GRENZEN, ihren Raum.

 

Wir Menschen gehen unsere Wege und das Wild genießt sein Revier. Und ich sag es euch: Wenn wir uns durch das Donnersbachtal bewegen, folgt uns Schneeflockes Blick wahrscheinlich aus sicherer Entfernung.

 

Danke, René. Danke, Schneeflocke.

ORTE DER RUHE UND ERHOLUNG BEWAHREN.
MACHT SINN.

 

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