PAX ET BONUM*, mit diesen Worten wird der Besucher an der Pforte des Kapuzinerklosters in Irdning begrüßt. Vor über 400 JAHREN wurde der von mächtigen Mauern umgebene Vierkanthof errichtet. Seit nunmehr fast 25 Jahren begleitet Bruder Rudolf Leichtfried an diesem speziellen Ort im Ennstal Gäste bei Schweigeseminaren und Exerzitien.

*Friede und Segen

 

 

Vielen bin ich fremd. Doch SIE SUCHEN MICH. Sie kommen zu mir. Dabei ist es gar nicht so einfach, mich zu finden. Speziell in der heutigen Zeit. Die Menschen wollen mich ergründen. Ganz BEWUSST. Dabei bin ich kein einfacher Genuss. Sie wissen nicht, was sie erwartet, was ich mit ihnen machen werde. Ich bin ungewohnt. Ich bin INTENSIV. Ich bin die STILLE.

 

 

Im Alltag ist stets so viel los. So viele Informationen, die von allen Seiten auf die Menschen einströmen. So viele Stimmen, so viele Worte. Eine Unterhaltung jedoch fällt dabei schwer: DAS GESPRÄCH MIT SICH SELBST. Dafür braucht man Zeit, dafür braucht man sich, dafür braucht man mich. Finden kann man mich im Kapuzinerkloster Falkenburg bei Irdning. An diesem malerischen Platz, zwischen dicken Mauern, Kräutergarten und verschindeltem Brunnen, fühle ich mich seit über 400 Jahren zu Hause. Hier ist mein Raum, hier darf ich mich ausbreiten.

 

Inzwischen begrüßt unsere kleine Klostergemeinschaft Menschen, die mich in ihrem Alltag vermissen. Bruder Rudolf und Elisabeth Berger führen unsere Gäste gemeinsam durch TAGE DER STILLE und KONTEMPLATIVE EXERZITIEN. Mir treten diese Gäste oft zögerlich gegenüber und doch steckt in ihnen große Neugier. Sie wissen nicht, was ich in ihnen loslösen werde. „Es lässt sich nicht im Vorhinein sagen“, meint Bruder Rudolf und erzählt von Früchten unterschiedlicher Natur: Ruhe für den Rastlosen, eine Klarheit, ein Friede im Herzen.

 

 

Langsam lassen sich die Menschen auf mich ein. Ihre Züge entspannen sich, ihre Zweifel werden schwächer, die Blicke ruhiger. Die Stimme genießt es, pausieren zu dürfen. Stattdessen entdeckt jeder ganz natürlich, dass der GANZE KÖRPER ZUR KOMMUNIKATION dienen kann. Man findet Antworten in den Augen, erkennt, wie viel in einem LÄCHELN steckt und spürt, was eine sanfte Berührung zu bedeuten hat.

 

 

Kein Handy, kein Buch, kein Fernsehprogramm lenken ab. Da bin nur ich. Was bleibt ist der DIALOG MIT SICH, ein Aufspüren seiner selbst. Durch mich kommt das Wesentliche zum Vorschein. Alles andere rückt in den Hintergrund, die Vergangenheit, das Zukünftige. Es geht um das HIER UND JETZT, dem man sich mit allen Sinnen öffnet.

Sie beginnen zu spüren, zu hören, zu sehen, die Natur und den Atem wahrzunehmen. Sie streifen durch den Klostergarten, fühlen den Windhauch auf ihrer Haut, bemerken den Duft von Thymian und umgegrabener Erde.

 

In der Ferne ruht der Grimming. „DIE STILLE STILLT“, sagt Bruder Rudolf. Welch schönes Kompliment.

 

Danke, Bruder Rudolf.

IN DER GEGENWART SEIN.
MACHT SINN.

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