Toni Kerschbaumer führt ein Leben im Luxus – so sieht es zumindest der Ennstaler Bio-Bergbauer selbst.

Was ist das für ein Mann, der ein einfaches Leben führt, täglich harte Arbeit verrichtet und das als Luxus definiert? Es ist ein REFLEKTIERTER MANN. Ein Bio-Bauer und Bergführer. Einer, der viel gesehen hat von der Welt und bei dem „DAHOAM“ Kopf und Herz ÜBEREINSTIMMEN.

 

 

Es ist früh am Morgen und wir sitzen bei Kaffee und Butterbrot vor Toni Kerschbaumers Hof am WÖRSCHACHBERG. Der freie Blick von hier oben ins Ennstal ist überwältigend. Toni nickt. „Den genieße ich jeden Morgen sehr“, sagt er. „PURER LUXUS.“ Das Wort Luxus soll noch einige Male fallen in unserem Gespräch – und es schlägt auch generell eine andere Richtung ein als geplant.

Ursprünglich wollten wir mit Toni über seine Arbeit als BERGFÜHRER sprechen. Doch irgendwie rückt das Thema in den Hintergrund. Vielmehr fasziniert uns die Person Toni und die Art, wie er das Leben wahrnimmt und BEWUSST gestaltet.

 

 

Vielleicht liegt es daran, dass der 60-Jährige von Kindheitstagen an selbstverständlich in die VERANTWORTUNG genommen wurde. Am elterlichen Hof galt es seit jeher mitanzupacken. Und obwohl er wusste, was auf ihn zukommen würde, empfand er die Hofübernahme nicht als auferlegten Zwang. „Für mich war es eine Chance, ganz nach meinen Vorstellungen zu leben“, sagt er und blinzelt in die Morgensonne. „Wir genießen hier eine extrem hohe LEBENSQUALITÄT, die ich durch meine Arbeite auch mitgestalten möchte.“

Seit bereits 25 Jahren ist Toni Biobauer. Dass seine Rinder und Schafe es gut haben, das spürt und sieht man sofort.

 

„Und das schmeckst du dann
in den Lebensmitteln, das kann ich dir sagen.“

 

Einige der Kühe haben bereits ihren 20. Geburtstag am Wörschachberg gefeiert. Und jeden Sommer geht’s für sie drei Monate zur „SOMMERFRISCHE“ auf die Bärenfeichten Alm. Ungedüngte Wiesen, kräftige Kräuter – „für die Tiere so was wie die Malediven…“

Ein Hof umfasst aber mehr als nur Tier. Es heißt schließlich Landwirtschaft und so geht Toni auch sehr bewusst mit Grund und Boden um. Er könnte sich viel Arbeit ersparen, wenn er auf moderne Methoden setzen würde. Aber das ist nicht sein Weg und – so findet er – auch generell nicht der richtige Weg. Er will, sagt er, die TRADITION erhalten. Nicht, weil er alles Neue verteufelt, sondern weil sie Sinn macht. Er will die eigene „KULTUR“ ehren und trotzdem ein modernes, selbstbestimmtes Leben mit persönlichem „FREIRAUM“ führen.

 

 

Was zeichnet dieses Leben denn genau aus? Er denkt kurz nach und meint: „Ich liebe die vier Jahreszeiten, wie wir sie hier erleben dürfen. Das Positive wie das Negative. Das SANFTE und das HARTE. Man wird sensibel für das, auf was es ankommt. Und“, ergänzt er, „der Hof ist ein so vielfältiger Arbeitsplatz, für den es keine fixe Gebrauchsanweisung gibt.

 

Es geht um Geschick, Kreativität
und viel G‘spür.“

 

Vielfalt prägt Tonis Leben generell. Er ist ein Handwerker mit viel Herzblut. Egal ob Werkzeugschuppen oder Vogelhaus, alles ist HANDGEFERTIGT und maßgeschneidert, in jeder Ecke überraschen kleine Details. Wer 08/15 sucht, wird hier nicht fündig.

 

Der Mann ist ein Tüftler und
kein Handgriff ist weniger wichtig als der andere.
Er mag, was er tut.

 

Und da wären noch die BERGE. Die haben es ihm angetan. Und als Bergführer, sagt er, kann er nicht nur die Natur erleben, sondern seine Wertschätzung auch anderen mitgeben oder sie mit ihnen teilen. „Mich interessieren Menschen und es ist unglaublich schön, ihnen ganz neue Blicke und ERLEBNISSE zu ermöglichen. Ich will sie zum Staunen bringen und nicht nur zum nächsten Gipfel.“

 

 

Seine LEIDENSCHAFT hat ihn weit gebracht. Er hat viel von der Welt gesehen und dabei seine Heimat noch stärker schätzen gelernt. Das Wetter, die Luft, die BEWEGUNG draußen. „Wir sind hier von Massentourismus verschont und das tut nicht nur der Natur, sondern auch uns Menschen gut.“ Tonis Luxus ist, dass ‚Dahoam’ Kopf und Herz übereinstimmen. Ganz einfach: „Es geht mir do nix åb.“

 

Danke, Toni.

ETWAS GERN MACHEN.
MACHT SINN.

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2 Comments
  • Yvonne Pattermann
    Antworten
    August 20, 2017

    Bitte lasst die schönen und berührenden Geschichten weiterlaufen! Ein Jahreszyklus wäre toll. Gratuliere zu diesem wunderbaren Konzept.

    • Jaqueline Egger
      Antworten
      September 1, 2017

      Vielen lieben Dank, das machen wir gerne! 🙂

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