Wo Farne schon seit Millionen von Jahren im Winde wedeln, fällt der DANK an die URNATUR leicht.

 

 

In Donnersbach geboren, anfängliche Kinderzeit und erste Schuljahre hier verbracht, haben anschließend etwa zwei Jahrzehnte auswärts mein Leben bestimmt. Die kraftvollen DONNERSBACHER WURZELN wurden während dieses Ausflugs nicht morsch, und so habe ich mich 1980 endgültig mit meiner Frau und den zwei Buben hier sesshaft gemacht.

 

 

In guter Erinnerung blieb mir unter anderem immer der Klammsteig. Er war für uns Ilgenberger-Kinder DIE ABENTEUERARENA. Um nur ja nicht zu früh von der Schule nach Hause zu kommen, hat man in den Sommermonaten meist eine Schleife durch die Klamm genommen. Drei Abzweigungen gab es vom Klammsteig nach oben zum Ilgenberg und diese haben wir unterschiedlich genutzt.

Besonders spannend war die Zeit, in der das Obst reif wurde. Man konnte sich nämlich – gut getarnt – von unten durch das Unterholz bis an die Obstbäume der tiefer gelegenen Höfe heranschleichen. Dort reifte das Edelobst und es gab herrliche Birnen, Äpfel, Zwetschken „zu finden“. Wir hatten dabei zwei Sorgen. Erstens: Der Hofhund war schon vor unserer Ankunft mit seinem Mittagsschlaf durch. Zweitens: Der Bauer entdeckt uns. Sein lautstarker Ausruf, er würde uns Buben schneiden (kastrieren war gemeint), hat uns doch in Angst versetzt. Wir nutzten dann schnell die vorher festgelegten Fluchtwege. Zum Glück wurde diese harte Maßnahme nie ausgeführt.

 

 

Ausgehend von diesen lebhaften KINDHEITSERINNERUNGEN reifte 1981/82 der Plan, den inzwischen desolat gewordenen Weg wiederherzurichten. Es war ein ziemlicher Aufwand. Zwei Jahre gingen ins Land, bis jeder Steg und jedes Geländer gebaut waren und unser KLAMMSTEIG wieder sicher begehbar war. Mein großer Dank gilt den zahlreichen Menschen für ihre offenen Ohren und Herzen und die vielen EHRENAMTLICHEN ARBEITSSTUNDEN, Holzspenden, Gratis-Traktorstunden und vieles mehr. Für all das empfindet man DANKBARKEIT – die bleibt!

 

 

Ich war der NATUR immer schon zugewandt und durch das Wiedererstehen des Weges, konnten die inzwischen erwachsen gewordenen Augen der besonderen Kraft dieser Klamm nicht widerstehen. Es ist eine ANZIEHUNG, die bis heute nicht an Wirkung verloren hat. Ob ich nun mit Krampen und Schaufel meiner Pflicht nachgehe, mit Einheimischen oder Gästen eine nette Begegnung habe, oder bei einem Kontrollgang Gedanken versunken dieses Stück Urnatur auf mich wirken lasse – es entsteht stets ein Gefühl innerer Ruhe und Zufriedenheit.

Nach all den Jahren „da drinnen“ bereitet mir die Tatsache, dass mich inzwischen mein ältester Enkel Niklas öfter begleitet, große Freude. Er ist jetzt 11, war aber schon mit 3 Jahren manchmal dabei. Seine zukünftige Berufsrichtung ist das Handwerk. Holzbereich. Er ist da sehr geschickt und fleißig und ersetzt mir oft bei Reparaturen einen erwachsenen Helfer.

„Steiermark heute“ war schon zu Besuch und wir beide zeigten vor der Kamera, wie man am Steig mit der Sense mäht und sie mit dem Wetzstein schärft. Dann gibt es noch die Jausenzeit: Wir suchen ein sonniges Platzl oberhalb des Weges und lassen uns das Mitgebrachte vom „Bäck“ schmecken. Man hört nur das Rauschen des Donnersbaches. Manchmal zieht das Kolkrabenpaar, dessen Rufe das BACHRAUSCHEN übertönen, durch die Schlucht. Meist dauert es nicht lange bis uns zwei, drei Singvögel vom Ast aus beobachten. Natürlich bekommen sie auch ihre Brotration.

In dieser Umgebung fällt es leicht, Niklas näherzubringen, dass solche Vorgänge nichts Beiläufiges, sondern Teil des Wesentlichen, Immerwährenden sind. Die Natur funktioniert seit ewigen Zeiten in ihrer GESAMTHEIT großartig und sie wird immer obenauf sein, wenn wir Menschen sie nur machen lassen. Alleine die Tatsache, wie tief das Wasser sich in schier ENDLOSER ZEIT in diese Schlucht eingegraben, sie GEFORMT hat, macht uns klein und demütig.

Ja, Opa, das ist alles sehr interessant. Wann gehen wir heim? Ich müsste heute noch an meinem Moped die Zündkerze wechseln.

 

Ein schöner Übergang in das leichte Denken des 11-Jährigen. Das muss unterstützt werden. Wir verstauen unser Werkzeug unter dem großen Stein und gehen heimwärts. Beide sind wir, je nach Wahrnehmung, überzeugt, dass es wieder einmal ein GUTER TAG in der Donnersbachklamm war.

 

Danke, Sigi. Danke, Donnersbachklamm.

TIEF FORMEN.
MACHT SINN.

 

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